Ludovit Reis hat seinen umstrittenen Wechsel zu Werder Bremen und seine anhaltende Verbundenheit zum HSV thematisiert. Der 26-jährige niederländische Mittelfeldspieler wechselte im August ablösefrei von Brügge an die Weser und unterschrieb einen Vertrag bis 2029. In einem Bericht von Bild Sport sprach der ehemalige FC Barcelona-Spieler diese Woche offen über die emotionale Achterbahnfahrt.
Warum der Wechsel so kontrovers war
Ludovit Reis wurde bei den Hamburger SV-Fans zur Identifikationsfigur. Zwischen 2021 und 2025 absolvierte er 129 Pflichtspiele für den HSV, erzielte 20 Tore und bereitete 13 weitere vor. Sein Beitrag zum Bundesliga-Aufstieg 2025, als er im entscheidenden 6:1 gegen Ulm traf, schrieb ihn in die Vereinsgeschichte ein. Der anschließende Transfer zu Brügge für sechs bis sieben Millionen Euro wurde noch akzeptiert, doch der direkte Wechsel zum Nordrivalen Werder Bremen im Sommer sorgte für massive Empörung in Teilen der HSV-Anhängerschaft. Reis versteht diese Reaktionen, wie er betont.
Wie Reis mit dem Online-Hass umgeht
Die Wut vieler HSV-Fans entlud sich in massiven Beleidigungen und Verunglimpfungen in sozialen Netzwerken. „Es gibt zu 100 Prozent eine Grenze“, stellt Reis klar und meint damit Angriffe, die seine Familie ins Visier nehmen. Ansonsten beschreibt er sich selbst als „kein großer Social-Media-Typ“ und geht gelassen mit der Kritik um. Unterstützung erhielt er von beiden Vereinen: Werders Sportdirektor Clemens Fritz und sein HSV-Kollege Claus Costa verteidigten den Spieler öffentlich gegen den Missbrauch im Internet. Reis präsentierte sich bei Werder souverän in einem Trainingsjersey und betonte sein Wohlbefinden in der neuen Umgebung.
Wo Reis jetzt bei Werder steht
Seine volle Konzentration gilt nun dem Bundesligisten Werder Bremen, der aktuell mit drei Punkten aus zwei Spielen auf dem zehnten Tabellenplatz steht. Die Mannschaft von Trainer Ole Werner hat vier Tore erzielt und fünf kassiert, was eine negative Tordifferenz von minus eins bedeutet. Zum Tabellenführer FC Augsburg beträgt der Rückstand drei Punkte. Reis muss sich in eine Mannschaft einfügen, die mit personellen Engpässen kämpft: Felix Agu, Jens Stage, Justin Njinmah, Eren Dinkçi und Senne Lynen stehen derzeit verletzungsbedingt nicht zur Verfügung. Die aktuelle Squad-Übersicht zeigt den Bedarf im Mittelfeld.
Was der Nordderby-Termin bedeutet
Ein besonderes Highlight im Kalender ist das Nordderby gegen den HSV Ende November im Weserstadion. Für Reis wird dieses Spiel eine emotionale Rückkehr sein, auch wenn er betont, professionell zu agieren. „Ich würde lügen, wenn ich behauptete, den HSV nicht mehr zu lieben“, gab der Niederländer unumwunden zu. Gleichzeitig ist sein Fokus zu 100 Prozent auf Werder Bremen gerichtet, wo er nach einer von einer Schulterverletzung geprägten Zeit mit nur zwölf Einsätzen in Brügge wieder regelmäßig spielen will. Zuvor steht am 12. September das Auswärtsspiel beim 1. FC Köln an, der aktuell auf Platz elf liegt. Den kompletten Spielplan der Saison finden Sie auf unserer Website. Ludovit Reis wird sein Werder-Debüt voraussichtlich in den kommenden Wochen geben, sobald er sich vollständig in das Team integriert hat.
