Werder Bremen versuchte einst, den heutigen Handball-Nationalspieler Juri Knorr für den Fußball zu gewinnen. Das geht aus der neuen Biografie des 26-jährigen Spielmachers hervor, die am Donnerstag erschienen ist. Während der Klub damals nach Talenten suchte, befindet er sich in der laufenden Saison in einem engen Titelrennen und liegt mit 15 Punkten auf dem fünften Tabellenplatz, nur drei Punkte hinter dem Spitzenreiter Bayern München.

Der damalige Werder-Geschäftsführer Frank Baumann nahm nach Knorrs Abgang vom Hamburger SV Kontakt zu dessen Vater auf, um ein Engagement des Talents zu erkunden. Baumann habe den Knorrs „Brücken gebaut, war höflich, vorsichtig, empathisch“, heißt es in dem Buch. Vater und Sohn zogen einen Wechsel zum Bundesligisten kurz in Betracht, entschieden sich dann aber für die vollständige Konzentration auf die Handball-Karriere.

Knorr spielte in der Jugend von der U12 bis U14 beim Hamburger SV Fußball, an der Seite späterer Profis wie Jann-Fiete Arp und Josha Vagnoman. Mit 13 lehnte er jedoch den Eintritt in die HSV-Akademie ab. „Ich hatte Übersicht, spielte gute Pässe, ein bisschen wie beim Handball“, sagte Knorr über seine fußballerischen Qualitäten. Der Verein forderte damals, dass Knorr den Handball aufgibt, was sein Vater als absurd empfand. Die Belastung und der Druck im leistungsorientierten Nachwuchsbereich waren für die Familie zu groß.

Nach dieser Erfahrung folgten die Anfragen von Werder Bremen. Die Gespräche mit Baumann verliefen positiv, doch die Entscheidung stand letztlich fest. Knorr setzte auf Handball, wechselte 2025 von den Rhein-Neckar Löwen zu Aalborg Håndbold nach Dänemark und gewann mit der deutschen Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris die Silbermedaille.

Die Biografie „Juri Knorr. Der Spielmacher, die Biografie“ von Sportjournalist Frank Heike umfasst 200 Seiten und ist im Arete Verlag für 20 Euro erhältlich. Während Werder damals nach jungen Talenten suchte, steht der Verein heute auf einem soliden fünften Tabellenplatz mit 15 Punkten aus acht Spielen, mit vier Siegen, drei Unentschieden und einer Niederlage. Die Mannschaft von Trainer Ole Werner gewann ihr letztes Heimspiel am 31. Oktober mit 2:0 gegen die TSG Hoffenheim, wobei Niclas Füllkrug und Eren Dinkci trafen. Der Stürmer ist mit acht Saisontreffern aktuell bester Torschütze des Teams, das insgesamt 17 Tore erzielte und 14 kassierte. Die nächste Aufgabe ist das Auswärtsspiel am Samstag, 7. November, beim zehntplatzierten VfB Stuttgart.

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