Werder Bremen ist in dieser Saison in hohem Maße von Niclas Füllkrug abhängig. Der 33-jährige Stürmer, der von West Ham United ausgeliehen ist, hat 11 der 20 Tore des Teams in neun Spielen erzielt und war der Schlüsselspieler in fünf Rückrundensiegen.
Füllkrugs aktuelle Form ist beeindruckend, doch sie wirft auch Fragen auf. In den letzten eineinhalb Wochen saß er dreimal auf der Bank, um seine Belastung zu steuern. Trainer Daniel Thioune erklärte diese Vorgehensweise nach dem Spiel gegen Mainz. „Wir müssen die Belastung steuern. Das war heute der Fall, und auch so besprochen“, sagte Thioune. Füllkrug selbst wurde in jenem Spiel spät ausgewechselt, was auf Ermüdung hindeutete.
Seine Bedeutung zeigt sich in den Zahlen. In sieben Bundesligaeinsätzen hat he acht Tore erzielt und ist damit der klare Topscorer des Teams. In den jüngsten Partien gegen Borussia Dortmund und Mainz 05 war er jeweils zweifacher Torschütze. Beim 3:2-Sieg in Mainz traf er zweimal per Elfmeter, beim 2:3 in Dortmund am vergangenen Wochenende glich er mit einem Strafstoß und einem weiteren Treffer aus. Diese Leistungen sind entscheidend für Werders derzeitige Tabellenposition. Das Team liegt nach sieben Spieltagen mit zwölf Punkten auf Rang sechs der Bundesliga-Tabelle.
Die Abhängigkeit von einem Spieler, der nicht im Eigentum des Vereins steht, birgt Risiken. Füllkrugs Leihvertrag enthält keine Kaufoption, und sein Vertrag bei West Ham United läuft noch bis zum Jahr 2026. Auf die Frage nach seiner Zukunft antwortete der Stürmer knapp: „Nee, da reden wir jetzt nicht drüber.“ Diese Situation stellt Werder vor ein strategisches Dilemma, besonders angesichts des Alters und der Verletzungsanfälligkeit des Spielers.
Die unmittelbare Zukunft konzentriert sich auf das nächste Spiel. Werder empfängt am 31. Oktober den Tabellenzehnten, 1899 Hoffenheim. Ein Sieg wäre wichtig, um in der oberen Tabellenhälfte zu bleiben und die fünf Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Bayern München nicht größer werden zu lassen. Die Mannschaft will die positive Dynamik der letzten Wochen, zu der auch ein 3:2 gegen Augsburg und ein 2:2 gegen Paderborn gehörten, fortsetzen. Die komplette Spielplan-Übersicht zeigt eine anspruchsvolle Phase im November.
Letztlich steht Werder vor der Herausforderung, die außergewöhnliche Form ihres Leihstürmers optimal zu nutzen, während gleichzeitig langfristige Pläne für die Angriffsreihe geschmiedet werden müssen. Die nächsten Wochen werden zeigen, wie nachhaltig der Erfolg ohne eine dauerhafte Lösung für die Füllkrug-Frage sein kann.
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