Werder Bremen schickt am 29. Juli eine ganze Delegation von Altstars ins Bremer Nordosten, um ein Benefizspiel zwischen dem Blumenthaler SV und dem SV Grohn zu unterstützen. Die Partie am 29. Juli (18.30 Uhr) wird damit zu einem besonderen Event - nicht nur wegen der prominenten Gäste, sondern auch wegen des guten Zwecks. Die Einnahmen fließen den Hinterbliebenen von Dennis und Sabrina Tanski zu, die am 26. Juni Opfer eines Tötungsdelikts wurden. Besonders traurig: Ihre zweijährige Tochter bleibt zurück.
Wer steht auf dem Platz?
An der Seite von Blumenthaler und Grohn spielen einige der bekanntesten Namen der Bremer Fußballgeschichte. Ailton, der einst mit 14 Toren in einer Saison überzeugte, und Holger Wehlage haben ihre Teilnahme zugesagt. Auch Geschäftsführer Clemens Fritz wird an der Bande stehen. Die Altstars Thomas Wolter, Günter Hermann, Marco Bode und Uwe Harttgen komplettieren das Werder-Aufgebot. Dazu kommt ein besonderer Schiedsrichter: Sven Jablonski, aktuell einer der besten deutschen Unparteiischen, wird eine Halbzeit lang pfeifen. "Wir erwarten mindestens 1000 Zuschauer", sagt Peter Nowack, Vizepräsident des Blumenthaler SV. Die Stimmung verspricht also lautstark zu werden - und das im besten Sinne.
Werder Bremen liegt aktuell auf Platz 15 der Bundesliga (Endstand 2025: 32 Punkte, 8 Siege, 8 Unentschieden, 18 Niederlagen aus 34 Spielen, Form LLLDW). Die letzten fünf Spiele endeten allesamt mit einer Niederlage, zuletzt am 16. Mai 2026 mit 0:2 gegen Borussia Dortmund. Die Saison 2025 schloss der Verein mit 37 Toren für und 60 gegen ab (-23).
Warum ist das Benefizspiel wichtig?
Das Spiel ist mehr als nur ein Freundschaftstreffen. Es geht um Solidarität in einer schweren Zeit. Die Familie Tanski, die in Elsdorf lebt, wurde durch ein Verbrechen auseinandergerissen. Die Einnahmen des Abends sollen den Hinterbliebenen helfen, die finanziellen und emotionalen Folgen zu bewältigen. Gleichzeitig zeigt die Bremer Fußball-Szene, wie eng sie zusammensteht. Von aktuellen Werder-Größen wie Fritz bis zu Legenden wie Bode reicht die Bandbreite der Unterstützer. Jablonski, der sonst in der Bundesliga und auf internationaler Ebene pfeift, unterstreicht mit seiner Teilnahme die Bedeutung der Aktion.
Werder Bremen in der Sommerpause: Was passiert sonst?
Während die Werder-Legenden am 29. Juli glänzen, bleibt der Verein selbst in der Sommerpause aktiv. Der OSC Bremerhaven hat mit Michel Hahn einen Neuzugang verpflichtet, der in Bremerhaven geboren wurde und zuvor fünf Jahre im Leistungszentrum von Werder Bremen spielte. Über Grün-Weiß Firrel und den SSV Jeddeloh (162 Regionalligaspiele) kam der 28-jährige Innenverteidiger nun nach Bremerhaven. Dort trifft er auf ehemalige SV Hemelingen-Spieler wie Cyril-Jeniour Ebone Ekweh und Umit Kaan Kabakci, die kürzlich gewechselt sind. Hahn gilt als Führungsspieler und soll die Abwehr des OSC stärken.
Auch der SV Hemelingen ist in dieser Woche unterwegs. Nach dem Gewinn des Bremer Pokals (u.a. mit 3:1 gegen den Heeslinger SC und den Rotenburger SV) trat der Verein in einem Testspiel gegen den VfV Hildesheim an. Das 1:2 war die erste Niederlage in der Vorbereitung. Trainer Günter Tuncel zeigte sich dennoch zufrieden. Mit Ömer Bulut (19), einem Neuzugang vom Blumenthaler SV, kam ein junger Stürmer zum Einsatz. Die vielen Spiele in den Pokalwochen und Turnieren wie dem ALTS-Cup oder Hans-Hexe-Wendelken-Cup sorgen für Spielpraxis.
Fairplay-Initiativen in Bremen
Der Bremer Fußball-Verband startet in der Sommerpause die Aktion "Moin Fairness". Ziel ist es, respektvolles Miteinander auf und neben dem Platz zu fördern. Kostenlose Angebote wie das "Moin Fairness-Café" oder Workshops zu Kinderrechten, Konfliktmanagement und Emotionsregulation richten sich an Spieler, Trainer und Eltern. Die Initiative soll vor allem in der heißen Phase der Vorbereitung für mehr Bewusstsein sorgen.
Werder Bremen bleibt damit auch abseits des Platzes aktiv - sei es durch Benefizspiele, soziale Initiativen oder die Integration junger Talente wie Hahn. Die Bremer Fußball-Szene zeigt einmal mehr, wie viel ihr zusammenhält.
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