Der Plan war ein ganz anderer gewesen. Doch in personeller Hinsicht gibt es beim SV Werder Bremen in diesen Wochen kaum Verlässlichkeiten. So wie Karl Hein. Der Torhüter hätte bei der Pflichtspiel-Generalprobe gegen Auxerre (0:1) eigentlich eine Halbzeit lang zwischen den Pfosten stehen sollen, doch dann kam alles anders: Der Esten rutschte im Abschlusstraining am Freitag während einer Torschussübung weg und handelte sich ein paar muskuläre Probleme ein. Somit schaute Hein am Samstag zu, während Konkurrent Alexander Schlager 90 Minuten lang spielte – und das womöglich auch am kommenden Wochenende im DFB-Pokal gegen den Oberligisten Lüneburger SK tun wird? "Das hängt auch ein bisschen davon ab, wie stabil Karl dann ist", sagt Chefcoach Daniel Thioune, der voraussetzt, dass die eigentliche Nummer eins ihre Beschwerden komplett auskuriert und wieder zu 100 Prozent fit wird, ehe es zurück auf den Platz geht. "Deswegen müssen wir die Entwicklung der nächsten Tage abwarten." ## Wird Schlager zum Pokaltorhüter? Möglich ist aber auch, dass Schlager ganz grundsätzlich zum Einsatz kommt – nämlich dann, wenn sich Thioune für ein von vielen Trainern praktiziertes Modell entscheidet: Die Stammkraft spielt in der Liga, der Ersatzmann im anderen Wettbewerb. Der 52-Jährige hat sich diesbezüglich allerdings noch nicht final festgelegt. "Das bewerten wir dann neu, ob es jetzt einen Pokaltorhüter gibt oder nicht", betont Thioune. "Es wäre jetzt auch Quatsch, wenn ich schon eine Entscheidung treffen würde. Wir haben gesehen: Alex Schlager ist stabil, Karl ist es auch." Schlager selbst geht mit der Situation komplett gelassen um. "Dass Karl gespielt hätte, wenn er fit gewesen wäre, ist kein Geheimnis. Für mich ist es eine Möglichkeit gewesen – nicht mehr und auch nicht weniger", meint der österreichische Nationalkeeper, der davon ausgeht, dass die bisherige Hierarchie erst einmal bestehen bleibt. "Am Ende des Tages ist es mehr ein Thema für euch als für uns. Es geht darum, dass wir als Club gemeinsam erfolgreich sind. Und ja, dazu möchte ich meinen Teil beitragen", sagt Schlager. "Deswegen werde ich meine Arbeit und Moral nicht verändern. Ich gehe jeden Tag gerne ins Training, werde jeden Tag versuchen, Gas zu geben, mich zu empfehlen und mein Bestes zu geben. Im Fußball muss man immer bereit sein." Bei Werders Ausfallproblematik sowieso. Werder Bremen liegt derzeit auf dem 15. Platz in der Bundesliga, hat 32 Punkte gesammelt und verliert seit Wochen. In der DFB-Pokal-Ausgabe gegen Lüneburger SK wird Werder Bremen am 10. Oktober 2026 gegen Borussia Dortmund antreten.
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Werder Bremen: Schlager könnte Pokaltorhüter werden
Werder Bremen: Alexander Schlager könnte in der DFB-Pokal-Ausgabe gegen Lüneburger SK zum Torhüter werden. Der Chefcoach Daniel Thioune ist noch unschlüssig, ob Schlager oder Karl Hein das Tor hüten wird.
