Werder Bremen muss in den letzten Tagen des Sommer-Transferfensters 2026 dringend nachlegen, nachdem Mittelfeldspieler Jens Stage schwer verletzt ausfällt. Der 29-Jährige zog sich im Training vor dem Bundesliga-Auftakt einen schweren Oberschenkelmuskelriss zu und wird voraussichtlich bis zum Ende des Kalenderjahres 2026 fehlen, wie der Klub am Dienstag bestätigte.
Die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune startete mit einer 4:1-Niederlage beim SC Freiburg in die Saison und steht nach einem Spiel mit null Punkten auf dem 15. Platz der Tabelle. Mit nur einem erzielten und vier kassierten Toren hat Werder zudem die schlechteste Tordifferenz der Liga. Neben Stage fehlen auch Felix Agu, Justin Njinmah und Senne Lynen, wie die aktuelle Verletztenliste zeigt.
Wer ersetzt Jens Stage?
Ein direkter Ersatz für Jens Stage ist laut Personalchef Clemens Fritz nicht möglich. Stage hatte in den vergangenen beiden Spielzeiten jeweils zehn Bundesligatore erzielt und war damit der beste Torschütze des Teams. „Wir erwarten eine echte Verstärkung für die erste Mannschaft und kein langfristiges Entwicklungsprojekt“, sagte Trainer Daniel Thioune und räumte ein, dass sein Kader noch nicht fertig sei. Das Ziel ist nun die Verpflichtung eines offensiv ausgerichteten Mittelfeldspielers.
Ein Kandidat ist der 28-jährige Cameron Puertas, der derzeit bei Al-Qadsiah unter Vertrag steht. Der Klub soll eine Ablöse von etwa zehn Millionen Euro verlangen. Ein weiterer Spieler, den Werder noch vor dem Deadline-Day holen möchte, ist Moussa Ndiaye. Bereits sicher ist die Leihe des 23-jährigen Niederländers Youri Regeer von Twente Enschede mit einer Kaufoption. Der defensive Mittelfeldspieler kann auch auf der Rechtsverteidiger-Position aushelfen.
Wie finanziert Werder die Neuzugänge?
Durch die Verkäufe von Karim Coulibaly und Romano Schmid hat Werder Bremen in diesem Sommer etwa 30 Millionen Euro eingenommen. Bislang wurde davon relativ wenig in feste Verpflichtungen reinvestiert. Um mehr Spielraum für Investitionen zu schaffen, möchte der Klub Spieler mit hohem Gehalt abgeben. „Wenn man etwas Gehaltsbudget freimacht, kann man vielleicht auch etwas mehr investieren“, erklärte Clemens Fritz gegenüber sports.yahoo.com.
Auf der Verkaufsliste steht unter anderem Innenverteidiger Júlian Malatini, der einem Wechsel näher rückt. Auch für die zurückkehrenden Leihspieler Dawid Kownacki und Skelly Alvero sollen Lösungen gefunden werden. Zudem wurde der 22-jährige belgische Flügelspieler Samuel Mbangula, der im Vorjahr für etwa zehn Millionen Euro von Juventus Turin gekommen war, mit einem Wechsel zu Bologna oder Atalanta in Verbindung gebracht. Er war im DFB-Pokal zur Pause ausgewechselt worden und blieb beim Freiburg-Spiel unberücksichtigt.
Was bedeutet das für das nächste Spiel?
Die anstehenden Personalentscheidungen beeinflussen auch die Vorbereitung auf das nächste Pflichtspiel. Am Freibitag, dem 5. September 2026, empfängt Werder Bremen den RB Leipzig, der aktuell auf dem vierten Tabellenplatz steht. Die Partie ist in der Spielplan-Übersicht verzeichnet. Thioune muss seine Mannschaft ohne ihren torgefährlichsten Mittelfeldspieler der letzten Jahre aufstellen und gleichzeitig neue Spieler integrieren, was die etablierten Automatismen im Spielaufbau beeinträchtigt.
Der Klub geht mit mehr offenen Baustellen in die Schlussphase des Transferfensters als ursprünglich geplant. Die Verletzung von Jens Stage hat die Dringlichkeit zusätzlicher Verstärkungen deutlich erhöht. Die kommenden Tage werden zeigen, ob Werder Bremen die gewünschten offensiven Optionen noch an Land ziehen kann, bevor das Fenster schließt. Das nächste Heimspiel gegen Leipzig bietet eine erste Bewährungsprobe für den noch unfertigen Kader.
