Trainer Daniel Thioune und Sport-Geschäftsführer Clemens Fritz haben den massiven Umbruch beim SV Werder Bremen nach dem schwachen Saisonstart verteidigt. Der Klub steht nach der 1:4-Auftaktniederlage in Freiburg mit null Punkten auf dem 15. Platz der Bundesliga und hat bereits drei Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Bayern München. Das berichtete buten un binnen in dieser Woche. Thioune bat in der aktuell kritischen Stimmung um eine Chance für sich und die Mannschaft. "Geben Sie mir und der Mannschaft die Chance, es allen zu zeigen. Ich merke auch, wie kritisch gerade alles ist", sagte der Werder-Trainer.
Wie sieht die aktuelle Ausgangslage aus?
Die Bilanz nach einem Spieltag ist ernüchternd. Werder Bremen hat ein Tor erzielt, aber vier kassiert und damit eine negative Tordifferenz von minus drei. Die Mannschaft von Daniel Thioune muss nun am 12. September beim Tabellensiebten 1. FC Köln antreten, um die ersten Punkte der Saison zu holen. Die komplette Terminplanung ist auf unserer fixtures Seite einsehbar. Dieser schwere Start erfolgt vor dem Hintergrund eines extrem verjüngten und veränderten Kaders. Zwischen September 2025 und September 2026 verzeichnete der Verein mehr als 20 Zu- und Abgänge. Von den 14 Neuzugängen waren allerdings nur fünf Leihgaben. Für zwei dieser Leihspieler hält Werder eine Kaufoption.
Warum setzt Werder auf so viele Leihspieler?
Clemens Fritz, der 45-jährige Sport-Geschäftsführer, verwies auf die finanziellen Realitäten des Klubs. Werder Bremen ist darauf angewiesen, jedes Jahr Spieler für Millionenbeträge zu verkaufen. Das limitiert die Handlungsoptionen auf dem Transfermarkt. "Jeder darf seine Meinung haben. Aber wir können nur das umsetzen, was wir an Möglichkeiten zur Verfügung haben", erklärte Fritz. Spieler wie Arthur, Moussa Ndiaye und Youri Regeer waren Last-Minute-Transfers, die erst nach Saisonstart zustande kamen. Arthur etwa kann langfristig nicht gehalten werden und wird nach einem Jahr zu Bayer Leverkusen zurückkehren. Emotional waren die Rückkehrer Niclas Füllkrug und Eren Dinkci, die aus der eigenen Jugend stammen.
Ist der Kader wirklich schlecht aufgestellt?
Fritz und Thioune sehen das anders. Der Geschäftsführer betonte, der Kader sei nicht so schlecht ausgestattet, wie öffentlich diskutiert. Er verwies auf junge Spieler, die Wert schaffen könnten, und auf genug eigengewachsene Bremer wie Füllkrug und Marco Friedl, die eine stabile Achse bildeten. Der Kader sei wettbewerbsfähig und entwicklungsfähig. Thioune räumte ein, dass er die kritischen Stimmen derzeit nicht mit Leistung widerlegen könne. Er könne aber sagen, dass die Mannschaft bereit sei, loslegen zu wollen, Abstand zu schaffen und Ziele zu erreichen. Der Trainer sieht in der aktuellen Konstellation die Chance, etwas aus der Situation zu entwickeln. Die aktuelle Tabelle findet sich in unseren standings.
Gibt es Parallelen zur vergangenen Saison?
Die Ausgangslage erinnert durchaus an das vorige Jahr. Damals hatte Werder vergleichbare Verletzungsprobleme, Transferdebatten und ein Debakel zum Saisonauftakt. In der ersten Partie der Vorsaison lag man gegen Bayer Leverkusen mit 1:3 zurück und spielte in der zweiten Hälfte in Unterzahl. Doch der damals 18-jährige Karim Coulibaly erzielte in der Nachspielzeit den 3:3-Ausgleich. Die schlechte Stimmung wurde damals durch eine grün-weiße Feier überwunden. Ob sich solche Momente in dieser Saison mit dem neuen Team wiederholen, muss sich zeigen. Die Verletzungen von Mitchell Weiser (Kreuzbandriss) und Jens Stage (Oberschenkel-Sehnenriss) aus dem vergangenen Jahr belasten weiterhin die Planung. Den aktuellen Kaderüberblick bietet unsere squad Seite.
Die nächste Möglichkeit, auf dem Platz zu überzeugen, hat Werder Bremen am 12. September 2026 beim Auswärtsspiel in Köln.
