Werder drohen höhere Strafen
Jahr für Jahr stellen die pyrotechnischen Vergehen der Fans für den SV Werder Bremen eine enorme Belastung dar. Allein für das Fehlverhalten während der vergangenen Saison gab es Strafen im Gesamtwert von 742.000 Euro – so viele wie noch nie. Nun hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) eine neue Gewichtung der Sanktionen beschlossen, wodurch Werder noch einmal deutlich höhere Bußgeldbescheide ins Haus flattern könnten.
Warum es wichtig ist
Der neue Strafzumessungsleitfaden soll die unterschiedlichen Gefährdungspotenziale besser differenziert werden und die Clubs anhalten, mehr Strafanteile direkt zur Bekämpfung des Einbringens von Pyrotechnik in Stadien zu nutzen. Der DFB erwartet größere Erfolge der Klubs bei der Vermeidung von Pyrotechnik – für ein sicheres Stadionerlebnis.
Was kommt als Nächstes?
Der neue Strafzumessungsleitfaden soll ausschließlich bei jenen Zwischenfällen angewendet werden, die sich standardisiert bewerten lassen. Bei schwerwiegenden Vorfällen, etwa wenn Pyrotechnik gezielt in Menschengruppen geschossen wird, Personen verletzt werden, längere Spielunterbrechungen entstehen oder ein Spiel abgebrochen wird, greifen weiterhin die allgemeinen Strafzumessungskriterien nach Paragraf 44 der DFB-Satzung in Verbindung mit der DFB-Rechts- und Verfahrensordnung.
Aktuelle Situation
Werder Bremen steht nach der letzten Saison auf dem 15. Platz in der Bundesliga und hat 32 Punkte gesammelt. Die Mannschaft hat 8 Siege, 8 Remis und 18 Niederlagen erzielt. In der aktuellen Saison hat Werder 37 Tore erzielt und 60 Körbe konzediert, was einem Rückstand von 57 Punkten gegenüber den Führenden Bayern München entspricht. Die nächste Partie von Werder Bremen ist am 17. Oktober 2026 gegen SC Paderborn 07.
DFBs Position
Der DFB-Vizepräsident Thomas Bergmann sagt: "Wir müssen die bisher angewendete Sanktionierung pyrotechnischer Vergehen bis hin zu vorsätzlich erwirkten Spielunterbrechungen weiterentwickeln. Der neue Strafzumessungsleitfaden geht in die richtige Richtung, weil er zum einen sportrechtliche Vergehen deutlich härter sanktioniert und gleichzeitig den Vereinen bei der präventiven Bekämpfung des gefährlichen Abbrandes von Pyrotechnik Rückendeckung gibt."
Zahlen und Fakten
Der neue Strafzumessungsleitfaden soll die Strafen für besonders gefährliche Gegenstände wie Böller, Raketen oder geworfene Pyrotechnik "deutlich" erhöhen. Bisher kostete das reine Abbrennen in der Bundesliga 1000 Euro, eine Etage tiefer wurden 600 Euro fällig, während in der 3. Liga 350 Euro als Basiswert galten. Abgeschossene Gegenstände wurden jeweils mit 3000 Euro (Bundesliga), 1500 Euro (2. Liga) sowie 750 Euro (3. Liga) sanktioniert. Im Gegenzug sollen die Strafen für einige Vergehen, etwa bei sogenannten Bengalfackeln, die lediglich in der Hand gehalten werden, leicht gesenkt werden, um laut DFB "hier innerhalb der tatsächlich bestehenden Gefahren zuallererst die Risiken insgesamt zu minimieren und insbesondere Verhaltensänderungen zu bewirken."
